CONTROLLED ION-BEAM DEPOSITION

Von organischen Ionen zu funktionalen Oberflächen.

CIBD bringt ausgewählte organische Ionen von einer Quelle ins Vakuum und deponiert sie kontrolliert hinsichtlich Identität, Dosis und Depositionsenergie auf einer Oberfläche.

Molekulare Bausteine werden aus der Lösung übertragen und mit CIBD als funktionale Schicht deponiert
Ein kontrollierter WegVom molekularen Baustein zur oberflächengebundenen Schicht

DIE ZENTRALE IDEE

Warum bestehende Depositionsverfahren einen Kompromiss erzwingen.

Die konventionelle molekulare Deposition folgt meist einem von zwei Wegen: thermischem Verdampfen im Vakuum oder Deposition aus Lösung. Beide lösen einen Teil des Problems, doch keiner verbindet breite molekulare Kompatibilität mit sauberer, kontrollierter Vakuumdeposition.

Bestehende Verfahren Ihre Grenzen Die pureions-Lösung

ZWEI ETABLIERTE WEGE

Schema des thermischen Verdampfens im Vakuum: Moleküle werden in einem Tiegel erhitzt und auf einem Substrat deponiert
Schema des thermischen Verdampfens im Vakuum

THERMISCHER WEG

Thermisches Verdampfen im Vakuum

Sauberer Prozess, enges Molekülfenster

STÄRKE

Saubere, lösungsmittelfreie Deposition im Vakuum.

GRENZE

Erfordert ausreichende Flüchtigkeit und thermische Stabilität. Fragile oder nichtflüchtige Moleküle können sich zersetzen, bevor sie verdampfen.

Drei Stufen eines lösungsbasierten Beschichtungsprozesses: Auftragen, Rotieren und gasstromunterstütztes Trocknen
Beispielhafter Ablauf einer lösungsbasierten Beschichtung

LÖSUNGSBASIERTER WEG

Lösungsbasierte Deposition

Breiter molekularer Zugang, prozessabhängige Schichten

STÄRKE

Für viele lösliche Molekülspezies geeignet, einschließlich großer und thermisch fragiler Verbindungen.

ABWÄGUNGEN

Schichtdicke und Homogenität hängen von Konzentration, Benetzung, Trocknung und Prozessführung ab. Lösungsmittelrückstände und Atmosphärenkontakt können die Oberflächenreinheit erschweren.

Bildquelle: Gupta, Kulbak & Cahen (2020)

DIE GRENZE IN DER PRAXIS

Bei einem funktionalisierten Porphyrin hat jeder der beiden Wege eine Grenze.

Thermisches Verdampfen kann funktionelle Gruppen beeinträchtigen. Die lösungsbasierte Deposition erhält die molekulare Komplexität, doch Oberflächenreinheit und Morphologie bleiben an den Flüssigprozess gekoppelt.

THERMISCHES VERDAMPFENFunktionelle Gruppen können verloren gehen

DEPOSITION AUS LÖSUNGVerunreinigungen und Defekte können zurückbleiben

Vergleich eines funktionalisierten Porphyrins nach thermischer und lösungsbasierter Deposition mit mikroskopischen Aufnahmen auf molekularer Skala
Dieses Porphyrin-Beispiel veranschaulicht beide Grenzen: Beim thermischen Transfer können funktionelle Gruppen beeinträchtigt werden. Die lösungsbasierte Deposition erhält die molekulare Komplexität und kann geordnete Domänen bilden – Morphologie und Oberflächenreinheit bleiben jedoch an den Flüssigprozess gekoppelt.
Rechte Mikroskopieaufnahme: Korolkov et al., ACS Nano (2015)

DER WEG DES MOLEKÜLS

Vier Stufen, ein durchgängiger Ionenweg.

CIBD ist die vollständige Präparationsmethode. Elektrospray, Ionenführungen und Massenfilter übernehmen die einzelnen Schritte entlang des Weges.

  1. 01
    ErzeugenBring complex molecules into the gas phase through electrospray or another suitable ion source.
  2. 02
    ÜbertragenGuide ions from atmosphere into vacuum through efficient, differentially pumped stages.
  3. 03
    SelektierenAnalyze and filter the ion beam with a digital quadrupole mass filter.
  4. 04
    DeponierenDeliver a defined dose to a target with controlled kinetic energy.
Schematischer Ionenweg durch Ionenführung und Quadrupol-Massenfilter
Ionentransport und digitale Quadrupol-Massenselektion

DEMONSTRIERTES ERGEBNIS

Vom ausgewählten Ion zur geordneten molekularen Oberfläche.

Cu-TCPP dient als direkter Test des vollständigen CIBD-Prozesses. Das Molekül wird aus einer Lösung in die Gasphase überführt, massenselektiert und unter Ultrahochvakuum weich auf Ag(111) deponiert. Die Massenspektrometrie bestätigt die Integrität der deponierten Spezies, während die Rastertunnelmikroskopie geordnete molekulare Strukturen auf einer atomar sauberen Oberfläche zeigt.

Molekülstruktur von Kupfer-meso-tetra(carboxyphenyl)porphyrin, Cu-TCPP
Der molekulare BausteinKupfer(II)-meso-tetra(4-carboxyphenyl)porphyrin, Cu-TCPP
Rastertunnelmikroskopie von auf Silber deponiertem Cu-TCPP bei Raumtemperatur und Ultrahochvakuum mit Übersicht, molekularem Detail und Strukturmodell
Cu-TCPP nach kontrollierter Ionenstrahldeposition UHV-STM bei Raumtemperatur: Übersicht der molekularen Schicht (A), Detailaufnahme auf molekularer Skala (B) und Strukturmodell über der STM-Aufnahme (C). Mit freundlicher Genehmigung von Peter Knecht · U = 1,2 V · I = 20 pA · Ag(111)

Hier erreicht das funktionalisierte Porphyrin die Oberfläche intakt und bildet eine geordnete Schicht, die Molekül für Molekül untersucht werden kann.

01

Molekulare Integrität

Die Massenselektion bestätigt die erwartete Cu-TCPP-Spezies und schließt verkürzte Moleküle und Addukte aus.

02

Saubere Deposition

Stringente Massenselektion und UHV-Bedingungen unterdrücken Fragmente, Lösungsmittelrückstände und neutrale Verunreinigungen.

03

Geordnete Oberfläche

STM macht selbstorganisierte molekulare Strukturen und das saubere Substrat zwischen ihnen sichtbar.

Cu-TCPP-Deposition und ES-CIBD-Leistung: Walz et al., Analytical Chemistry (2022)

WAS „KONTROLLIERT“ BEDEUTET

Vier experimentelle Größen, die Sie definieren und messen können.

Entscheidend ist nicht nur, dass Moleküle die Oberfläche erreichen, sondern dass Strahl und Depositionsbedingungen für die Forschenden zugänglich bleiben.

01

Identität

Eine Ionenpopulation über ihr Masse-zu-Ladung-Verhältnis auswählen, m/z.

02

Dosis

Den deponierten Ionenstrom integrieren, um die auf das Target übertragene Ladung zu bestimmen.

03

Energie

Elektrische Potentiale einstellen, um die kinetische Energie pro Ladung beim Auftreffen zu steuern.

04

Umgebung

Unter Hoch- oder Ultrahochvakuum auf ein ausgewähltes Target deponieren.

DER FINALE ANFLUG

Soft Landing oder reaktive Deposition?

Die Depositionsenergie verändert die Wechselwirkung des Ions mit dem Target. Sie ist daher ein experimenteller Parameter und nicht nur eine Transporteinstellung.

Das relevante Energiefenster hängt von Molekül, Ladungszustand, Substrat und wissenschaftlicher Fragestellung ab. Die beiden Bereiche sind eher als Kontinuum denn als universelle Schwelle zu verstehen.

NIEDRIGERE ENERGIE

Soft Landing

Zielt darauf, die Molekülstruktur beim Aufbringen der ausgewählten Spezies auf die Oberfläche zu erhalten.

HÖHERE ENERGIE

Reaktive Deposition

Kann beim Auftreffen gezielt Fragmentierung, Bindungsbildung oder Oberflächenreaktionen fördern.

Verschiedene Ionenspezies treten in einen Quadrupol ein; nur die ausgewählte Spezies erreicht das Target
Only ions inside the selected m/z window follow a stable path through the quadrupole.

DER SELEKTOR

Warum ein digitaler Quadrupol?

Ein Quadrupol-Massenfilter trennt Ionen nach ihrem Masse-zu-Ladung-Verhältnis. Im pureions dQMF werden die Elektroden statt mit einem konventionellen sinusförmigen HF-Signal mit einem digital gesteuerten Rechtecksignal betrieben.

Die Flugbahn eines Ions hängt von seinem m/z, der Feldamplitude, der Quadrupolgeometrie und der Antriebsfrequenz ab. Nur Ionen mit stabilen Flugbahnen passieren die Stäbe.

VEREINFACHTE STABILITÄTSBEDINGUNG m/z VRF f2

Bei fester Quadrupolgeometrie und Stabilitätsbedingung verschiebt eine Verringerung der Antriebsfrequenz f das ausgewählte m/z zu höheren Werten, ohne dass die HF-Amplitude proportional erhöht werden muss.

DIREKTER VERGLEICH

Konventioneller QMF vs. pureions dQMF

MerkmalKonventioneller QMFpureions dQMF
AntriebsformResonant erzeugte SinuswelleDigital gesteuertes Rechtecksignal
AntriebsfrequenzDurch den Resonanzkreis im Wesentlichen festgelegtStufenlos einstellbar
Betrieb bei hohem m/zErfordert zunehmend hohe HF-SpannungAntriebsfrequenz und HF-Spannung werden an das ausgewählte m/z
01

Erweiterter m/z Bereich

Niedrigere Antriebsfrequenzen machen Ionen mit sehr hohemm/z zugänglich, ohne die HF-Spannung proportional zu erhöhen.

02

An das Ion angepasste Parameter

Frequenz und Amplitude lassen sich für unterschiedliche Molekülmassen und Ladungszustände optimieren.

03

Analyse und Selektion

Derselbe dQMF kann den einlaufenden Strahl scannen und während der Deposition eine ausgewählte Spezies übertragen.

04

Ein Filter, viele Analyten

Ein rekonfigurierbarer Arbeitspunkt unterstützt Ionen von organischen Molekülen bis zu großen biomolekularen Spezies.

MOLEKULARER BEREICH

Von organischen Molekülen bis zu Biomolekülen im Megadalton-Bereich.

Der zugängliche Bereich wird durch Ionisation, Ladungszustand, Transmission und erforderliche Massenauflösung bestimmt – nicht allein durch die Flüchtigkeit. Demonstrierte Beispiele umfassen kleine organische Verbindungen, Proteine und DNA.

Ob ein bestimmtes Molekül geeignet ist, hängt weiterhin von Ionisationseffizienz, Strahlstabilität und der Wechselwirkung mit der gewählten Oberfläche ab.

Beispiele prozessierter Moleküle, geordnet nach Molekülmasse von etwa 100 Dalton bis über ein Megadalton

PUBLIZIERTER NACHWEIS

Die Technologiepublikation hinter der Plattform.

Navigate Flying Molecular Elephants Safely to the Ground: Mass-Selective Soft Landing up to the Mega-Dalton Range by Electrospray Controlled Ion-Beam Deposition

A. Walz, K. Stoiber, A. Huettig, H. Schlichting and J. V. Barth
Analytical Chemistry 2022, 94, 7767–7778

Der veröffentlichte Prototyp deponierte thermolabile und nicht sublimierbare Modellspezies über vier Größenordnungen der Molekülmasse bis 1,7 MDa und demonstrierte strukturerhaltende Deposition im Ultrahochvakuum.

Publikation lesen
1.7 MDagrößte demonstrierte Modellspezies
4 decadesMolekülmassenbereich im Testfeld
UHVsaubere Deposition und In-situ-Oberflächenanalyse

WO ALLES BEGANN

Vom Forschungsprojekt zu pureions.

Die CIBD-Plattform entstand aus der Forschung zur Oberflächen- und Grenzflächenphysik an der Technischen Universität München. In diesem Kurzfilm erzählt Andreas Walz die Geschichte des Projekts und stellt die Menschen hinter der Technologie vor.

VOM PRINZIP ZUM EXPERIMENT

Was möchten Sie auf die Oberfläche bringen?

Erzählen Sie uns von Ihrem Molekül, Substrat und Ihrer Messumgebung. Wir helfen, die wissenschaftliche Fragestellung in einen Ionenweg zu übersetzen.